MOHAMMAD AUS AFGHANISTAN

Ausbildung zum Fachlageristen

Mohammad trat am 08.02.2016 in unser Projekt im Alter von 22 Jahren ein. Er besaß zum Zeitpunkt des Projekteintritts eine Aufenthaltsgestattung. Die Erwerbstätigkeit war nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet. Im Verlauf des Betreuungsprozesses bekam er eine Duldung mit Arbeitsverbot, da das BAMF entschieden hatte, dass Ungarn für sein Asylverfahren zuständig sei (Dublin-Fall). Dieses Arbeitsverbot wurde später jedoch von der Ausländerbehörde wieder aufgehoben, sodass wir an dem Fall weiterarbeiten konnten, mit der Hoffnung einen Erfolg zu erzielen.

In Afghanistan hatte Mohammad 11 Jahre die Schule besucht und anschließend ca. ein Jahr in einer Bank als Sacharbeiter und später in einem Krankenhaus als Pfleger gearbeitet. Zeugnisse lagen nicht vor. Zum Zeitpunkt der Aufnahme lag Mohammads Deutschniveau unter A1.

Von Februar bis April 2016 absolviert Mohammad den Kurs "Deutsch für den Beruf - Grundkurs" bei der AWO SPI. Anschließend vermittelten wir ihn in die Maßnahme "Perspektive für junge Flüchlinge" bei der DAA Halle, wo er sich bis Ende 2016 in verschiedenen handwerklichen Bereichen ausprobieren und sein Deutsch weiterhin verbessern konnte. Größtenteils eignete Mohammad sich sein Deutschkenntnisse aber im Selbsstudium an.

Ab 2017 begannen wir mit Bewerbungen für eine Einstiegsqualifizierung plus Sprache als Vorbereitung für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Bis wir Mohammad schließlich im Februar 2017 bei dem Unternehmen HoffmannGlas GmbH & Co. KG in eine EQ ab März 2018 vermitteln konnten, waren viele Bewerbungen, Telefonate mit Firmen und Behörden, Begleitungen zu Terminen usw. nötig, vor allem auch aufgrund von Mohammads unsicheren Aufenthaltsstatus. Selbst als das Unternehmen schon zugesagt hatte, war es nochmal ein enormer Arbeitsaufwand, bis auch die Zustimmung der Ausländerbehörde vorlag. Parallel zu alledem waren wir immer wieder in Kontakt mit dem Sozialamt und Mohammads Anwalt, da Fragen hinsichtlich der Fahrtkosten, Lehrbücher und auch der generellen Asylbewerberleistung aufgrund seines "Dublin-Status" geklärt werden mussten. Trotz aller Hindernisse wollte das Unternehmen HoffmannGlas nach erfolgreichem Ende der EQ Mohammad gern in eine Ausbildung ab August übernehmen. Auch hier wiederholten sich die Probleme mit der Zustimmung der Ausländerbehörde, sodass nur durch ständige Telefonate, Mails und Rücksprachen mit Behörden und dem Unternehmen die Ausbildung schließlich doch, wenn auch einen Monat später als geplant, am 01.09.2017 beginnen konnte.

Am 30.11.2017 besuchten wir Mohammad mit Einverständnis des Unternehmens HoffmannGlas GmbH & Co. KG, um vor Ort von der Geschäftsführung und der Betriebsleitung zu erfahren, ob Mohammad sich gut in das Arbeitsleben integriert hatte und ob es noch offene Fragen gäbe. In einem produktiven Gespräch erfuhren wir von viel gegenseitiges Verständnis und dass Mohammad in dem Unternehmen auf einem guten Weg in die Zukunft sei. Anschließend machten wir einige Bilder von ihm an seinem Arbeitsplatz. Er strahlte und sein Gesichtsausdruck war voller Zufriedenheit, was auch uns glücklich machte.

 

Das Projekt „Jobbrücke PLUS“ wird im Rahmen der ESF-Integrationsrichtlinie Bund im Handlungsschwerpunkt „Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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