INDUSTRIEKAUFMANN IM
CONTAINER TERMINAL

Herr O. aus Niger

Herr O.png

Herr O. trat am 9. Februar 2017 in unser Projekt „Jobbrücke PLUS“ im Alter von 24 Jahre ein. Er stammt aus Niger und besaß eine Aufenthaltsgestattung mit schlechter Bleibeperspektive. Die Erwerbstätigkeit war ihm nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde gestattet.
In Niger hatte er Abitur gemacht und eine dreijährige Ausbildung im Bereich
Transportlogistik absolviert. Sowohl das Abitur-, als auch das Ausbildungszeugnis lagen bereits übersetzt vor. Zum Zeitpunkt der Aufnahme absolvierte Herr O. einen B1-Kurs.
Zusammen mit Herrn O. wurde herausgearbeitet, dass eine Ausbildung im Bereich Spedition- und Logistik gut an seine mitgebrachte Qualifikation anknüpft. Bis zum Ausbildungsbeginn sollte er das Sprachniveau B2 anstreben. Parallel zum Vermittlungsprozess wurde Herr O. zur Anerkennung seines Abschlusses an die Servicestelle IQ „Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung“ ST Süd vermittelt.
Im weiteren Verlauf wurden unzählige Bewerbungen für Ausbildungen als Speditionskaufmann und Fachkraft für Lagerlogistik an verschiedene Unternehmen geschickt, oftmals auch vorab telefonisch angefragt.

Ende März 2017 wurde Herr O. zu einem zweiten Vorstellungsgespräch bei der Firma relaxdays in Halle eingeladen und von Frau Wernitz, seiner Beraterin von Jobbrücke PLUS begleitet. Statt der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, bot die Firma Herrn O. eine Ausbildung zum Industriekaufmann an, was für alle eine sehr erfreuliche Überraschung war. In dem Moment war Herr O. der glücklichste Mensch der Welt – er strahlte voller Freude. Der Ausbildungsvertrag wurde Anfang April unterzeichnet, seit dem 1. August 2017 machte Herr O. die Ausbildung zum Industriekaufmann.
Eine der größten Schwierigkeiten stellte für Herrn O. sein ungeklärter Aufenthaltsstatus mit schlechter Bleibeperspektive dar. Im 1. Ausbildungsjahr erhielt er die Ablehnung seines Asylantrages. Schnell musste ein Antrag auf Ausbildungsduldung gestellt werden. Mit intensivem Einsatz des Arbeitgebers bei der Ausländerbehörde wurde diese Hürde gemeistert!
Alle langwierigen Bemühungen haben sich am Ende gelohnt.
Im Januar 2021 hat Herr O. seine Ausbildung erfolgreich mit der IHK Prüfung abgeschlossen. Nach drei Jahren relaxdays wollte er eine neue Herausforderung suchen. Entsprechend der 3+2 Regelung (Ausbildungsduldung) hatte er sechs Monate Zeit eine neue Stelle zu finden. Wieder Bewerbungen, Bewerbungen, Bewerbungen… fünf Monate unzählige Vorstellungsgespräche ohne Erfolg, nur Absagen! Auf dem Internetportal unseres Kooperationspartners, der Stadtwerke Halle-Gruppe, war die Stelle „Mitarbeiter Hafendisposition“ in der Tochterfirma Container Terminal Halle Saale (CTHS) Ende Mai ausgeschrieben, gewünschte Qualifikation: Industriekaufmann. Mit dem Ansprechpartner bei den Stadtwerken wurde intensiv kommuniziert – Telefon – Mail – Bewerbung. Warten. 1. Vorstellungsgespräch. Warten. Herr O. erfüllte die anspruchsvollen Erwartungen und erhielt ein 2. Vorstellungsgespräch im CTHS. Das ließ hoffen, dass ein Arbeitsvertrag pünktlich bei der Ausländerbehörde eingereicht werden konnte. Und endlich kam die Zusage! Der Arbeitsvertrag war da! Und damit steht nun fest, dass Herr O. sein Leben, seine berufliche und private Zukunft in Deutschland gesichert hat.
Das Container-Tetris kann beginnen!